Nachkriegszeit und arabische Welt (1945–1970)
Welle antisemitischer Schändungen
Déc. 1959 – janv. 1960·Cologne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
die große Synagoge ist am 24. Dezember mit Hakenkreuzen bedeckt, gefolgt von Hunderten von Zwischenfällen in Deutschland und in der Welt
Am 24. Dezember 1959 wurde die große Synagoge in Köln, die wenige Monate zuvor in Anwesenheit des Bundeskanzlers wiederaufgebaut und wiedereröffnet worden war, von zwei rechtsextremen Aktivisten mit Hakenkreuzen und beleidigenden Aufschriften versehen. Der weithin berichtete Vorfall löste in den folgenden Wochen eine Welle ähnlicher Vorfälle aus: Schändungen von Friedhöfen, Aufschriften an Synagogen und Geschäften, in der Bundesrepublik und anschließend in mehreren Ländern Europas und Amerikas.
Die Welle, die die deutsche Presse als „Hakenkreuz-Epidemie" bezeichnete, offenbarte das Fortbestehen eines aktiven Antisemitismus fünfzehn Jahre nach dem Krieg und stellte öffentlich die Frage der unvollständigen Entnazifizierung der Verwaltung und des Bildungswesens. Sie veranlasste die Bundesrepublik, ihre Gesetzgebung zur Volksverhetzung zu verschärfen und den Geschichtsunterricht über die jüngste Vergangenheit zu reformieren.
- Zeitraum :
- Nachkriegszeit und arabische Welt (1945–1970)
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Rapports de police de Rhénanie-du-Nord-Westphalie ; presse allemande et internationale de l'hiver suivant.