Frühmittelalter und Kreuzzüge
Massaker des Ersten Kreuzzugs in der Rheinland
1096·Rhénanie
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Speyer (3. Mai), Worms (18.–25. Mai), Mainz (27. Mai), Köln, Trier, Metz, Neuss, Wevelinghofen, Eller, Xanten, Mörs, Regensburg, Prag
Der Aufruf zum Kreuzzug richtete sich nicht gegen die Juden. Die Banden, die sich in seinem Gefolge bildeten, außerhalb des Kommandos der Fürsten, entschieden anders: Bevor man das Grab Christi befreie, müsse man, so ihre Ansicht, zunächst mit den nähergelegenen Feinden abrechnen.
Die Truppe Emichos von Flonheim zog im Frühjahr das Rheintal hinauf. In Speyer schützte der Bischof die Gemeinde und ließ Mörder hinrichten. In Worms und Mainz flohen die Juden in die bischöflichen Paläste, die gestürmt wurden. Dort beschreiben die hebräischen Chroniken, was sie *qiddoush ha-Shem* nennen: ganze Familien, die den Tod wählten, um nicht die Taufe zu empfangen, Väter, die ihre Kinder vor dem Altar töteten. In Regensburg wurden Menschen gewaltsam in der Donau getauft; Köln, Trier, Metz, Neuss, Xanten, Eller und Prag erlebten ähnliche Szenen.
Kaiser Heinrich IV., der Deutschland verlassen hatte, erlaubte nach seiner Rückkehr den Getauften, zum Judentum zurückzukehren — gegen den Willen des Gegenpapstes Klemens III. Das Rheinland blieb das Studienzentrum, das es gewesen war, doch das Jahr 1096 fand Eingang in die aschkenasische Liturgie: Die Märtyrerlisten, die beim *Av ha-raḥamim* verlesen werden, bewahren seine Spur.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Chroniques hébraïques de Salomon bar Simson, d'Éliézer bar Nathan et de l'Anonyme de Mayence ; Albert d'Aix, *Historia Hierosolymitana*.