Frühmittelalter und Kreuzzüge
Zwei Massaker
18 et 25 mai 1096·Worms
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
die Gemeinde der Stadt am 18., die zum Bischofspalast Geflüchtete am 25.; Kollektivsuizide
Die Scharen, die Emicho de Flonheim auf dem Weg nach Jerusalem folgten, richteten ihren Eifer gegen die rheinischen Gemeinden. In Worms schlugen sie zweimal zu: zunächst gegen jene, die in ihren Häusern geblieben waren, dann, eine Woche später, gegen jene, die im Palast von Bischof Adalbert Zuflucht gesucht hatten, der sie nicht bis zum Ende schützen konnte oder wollte.
Viele zogen den Tod dem Taufe vor und töteten die Ihren, bevor sie sich selbst das Leben nahmen. Die rheinischen hebräischen Chroniken — jene von Salomon bar Simson und Éliézer bar Nathan — nennen diese Geste *kiddouch ha-Chem*, die Heiligung des Namens, und machten daraus ein Vorbild, das die aschkenasischen Gemeinden über Jahrhunderte weitergaben.
Worms erholte sich: seine Synagoge wurde wiederaufgebaut, sein Friedhof, der älteste Europas, der noch steht, empfing weiterhin seine Toten. Doch die Liste seiner Märtyrer fand Eingang in das *Memorbuch*, das an Trauertagen verlesen wurde, und das rheinische Gedenkwerk entstand in jenen Wochen.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Chroniques hébraïques de la Première croisade ; Memorbuch de Nuremberg ; Albert d'Aix.