Frühmittelalter und Kreuzzüge
Die Banden von Volkmar und Gottschalk greifen die Juden von Nitra und Merseburg an, bevor sie vom König Koloman vernichtet werden
1096·Hongrie
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Zwei der Volksheere, die vor den Fürsten aufgebrochen waren, zogen durch Ungarn: das von Volkmar und das von Gottschalk. Sie griffen dabei die Juden von Nitra und jene von Mersebourg an, nach dem Vorbild dessen, was andere Banden im Rheinland verübten.
König Coloman war nicht gewillt, einen bewaffneten Haufen sein Königreich plündern zu lassen. Er ließ zunächst das eine, dann das andere Heer vernichten, und die Überlebenden wurden zerstreut. Ungarn, das seit der Gründung des Königreichs jüdische Gemeinden beherbergte, war so eines der seltenen Gebiete, in denen der Volkskreuzzug durch die Herrschermacht aufgehalten wurde.
Coloman erließ danach Gesetze für die Juden seines Königreichs, die Kredite und Verkäufe zwischen den Gemeinschaften regelten — ein Zeichen dafür, dass er sie als gewöhnlichen Bestandteil seines Staates betrachtete und nicht als eine zu unterwerfende Bevölkerung.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Hongrie
Albert d'Aix, Histoire de Jérusalem ; chroniques hongroises médiévales.