Frühmittelalter und Kreuzzüge
Juden in die Donau getrieben und en masse zur Taufe gezwungen; Henri IV wird ihnen später die Rückkehr zum Judentum erlauben
Juin 1096·Ratisbonne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
In Regensburg an der Donau töteten die Kreuzfahrer nicht: Sie tauften. Die gesamte Gemeinde wurde in den Fluss getrieben und die Taufe in einem Massenakt über ihr gesprochen, nach einem Ritus, den selbst das kanonische Recht als ungültig betrachtete.
Kaiser Heinrich, aus Italien zurückgekehrt, gestattete den zwangsweise Getauften in seinen Landen, zum Judentum zurückzukehren. Der Gegenpapst Klemens warf ihm dies vor, im Namen des Grundsatzes, dass die Taufe, selbst wenn sie schlecht gespendet wurde, nicht rückgängig zu machen sei. Der Kaiser setzte sich darüber hinweg.
Regensburg wurde somit wieder jüdisch, ohne zerstört worden zu sein, was es zu einer der wenigen Gemeinden Süddeutschlands machte, die den Ersten Kreuzzug ohne Unterbrechung überstanden. Im folgenden Jahrhundert beherbergte es Ephraïm de Ratisbonne, dessen *Livre du souvenir* die Verfolgungen jener Zeit festhält.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Chroniques hébraïques de la Première croisade ; correspondance impériale et pontificale.