15.–17. Jahrhundert
Johannes Pfefferkorn erwirkt von Maximilien I. die Beschlagnahme der hebräischen Bücher der Rheinlande
1509·Cologne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Johannes Pfefferkorn erwirkte von Maximilien Iᵉʳ den Befehl, die hebräischen Bücher Rheinlands zu beschlagnahmen und zu vernichten.
Pfefferkorn war ein Konvertit, der, angetrieben von den Dominikanern zu Köln, behauptete, die Bücher des Judentums enthielten Lästerungen gegen Christus und müssten verbrannt werden. Die Beschlagnahme begann; dagegen bezog der Humanist Johannes Reuchlin, der erste christliche Hebraist Deutschlands, Stellung und vertrat die Ansicht, man könne keine Bücher verurteilen, die man nicht gelesen habe.
Der darauf folgende Streit beschäftigte ganz das gelehrte Deutschland ein Jahrzehnt lang, brachte die Universitäten und Rom in Konflikt miteinander und war einer jener Vorgänge, die die Reformation vorbereiteten; die Bücher wurden schließlich zurückgegeben.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Dossier de la querelle Reuchlin-Pfefferkorn ; Ouvrages sur les hébraïsants chrétiens.