Frühmittelalter und Kreuzzüge
Predigt des Mönches Raoul
1146·Cologne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Simon der Fromme von Trier getötet, Erzbischof Arnold öffnet Juden die Burg Wolkenburg
Der Zisterziensermönch Raoul durchzog die Rheinlande, predigte den Zweiten Kreuzzug und behauptete, man müsse zunächst mit den Feinden des Glaubens beginnen, die man in unmittelbarer Nähe habe. Seine Predigten entfachten die Gewalttaten der vorangegangenen Generation neu.
Es gab Tote — Simon der Fromme von Trier wurde erschlagen und sein Leib verstümmelt, und andere kamen in Speyer und Würzburg um. Doch der Erzbischof von Köln, Arnold, öffnete den Juden die Festung Wolkenburg und gestattete ihnen, sich zu bewaffnen; und Bernhard von Clairvaux kam persönlich, um Raoul zum Schweigen zu bringen, und erinnerte daran, dass man die Juden nicht verfolge, da ihre Zerstreuung selbst ein Zeugnis sei.
Der Zweite Kreuzzug forderte daher ungleich weniger jüdische Opfer als der erste, und die hebräischen Chronisten — allen voran Ephraïm von Bonn — haben den Namen Bernhards dankbar festgehalten. Es ist einer der seltenen Fälle, in denen ein kirchliches Eingreifen eine Gewaltwelle tatsächlich aufgehalten hat.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Ephraïm de Bonn, Livre du souvenir ; correspondance de Bernard de Clairvaux ; Otton de Freising.