19. Jahrhundert
Zwangsbekehrung von Giuseppe Coen, dreizehnjähriger Lehrling, entführt und in der Katechumenenhaus getauft, für seine Familie unauffindbar
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Giuseppe Coen, ein dreizehnjähriger Lehrling, wurde in Rom entführt und in das Haus der Katechumenen gebracht, wo er getauft wurde; seine Familie konnte ihn nie wiedersehen und erfuhr auch nicht, wo er sich befand. Der Fall folgte kurz auf jenen von Edgardo Mortara, über den ganz Europa gesprochen hatte, fand jedoch nicht dasselbe Echo: Das Kind war älter, die Fiktion einer Zustimmung leichter aufrechtzuerhalten, und die öffentliche Meinung hatte sich erschöpft. Das Verfahren selbst war das gleiche — das Haus der Katechumenen nahm jeden auf, der sich dort einfand, und ein Getaufter wurde niemals zurückgegeben. Diese Entführungen sind einer der Gründe, weshalb die Juden Roms das Ende der weltlichen Macht als Befreiung begrüßten.
- Zeitraum :
- 19. Jahrhundert
- Art :
- Zwangsbekehrung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Italie
David I. Kertzer, *The Popes Against the Jews* ; Attilio Milano, *Il ghetto di Roma* ; *Encyclopaedia Judaica*, article « Rome ».