19. Jahrhundert
Ausschluss vom Grundbesitz
10 juillet 1864·Empire russe
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Verbot für Juden, Länder in den westlichen Provinzen zu erwerben, unmittelbar nach dem polnischen Aufstand
Im Zuge der Nachwirkungen des polnischen Aufstands untersagt die Regierung des Russischen Kaiserreichs den Juden den Erwerb von Land in den westlichen Provinzen. Die Maßnahme richtete sich gegen den polnischen Adel, dessen Grundbesitz man zerschlagen wollte, traf jedoch auch jene, die von der Verwaltung dieser Güter lebten — Pächter, Gutsverwalter, Müller, Dorfwirte. Das Land wurde ihnen endgültig unzugänglich in eben dem Moment, als die Behörden den Juden vorwarfen, keine Landwirte zu sein. Dies ist einer der Gründe für die städtische Verdichtung im Ansiedlungsrayon und eine der Ursachen dafür, dass die andernorts geförderten landwirtschaftlichen Kolonisierungsprojekte in diesen Provinzen so gut wie keine Fortsetzung fanden.
- Zeitraum :
- 19. Jahrhundert
- Art :
- Verfolgung
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Empire russe
Simon Doubnov, *Histoire des Juifs de Russie et de Pologne* ; John D. Klier, *Imperial Russia's Jewish Question* ; *Encyclopaedia Judaica*, article « Russia ».