Antike
Synagogen in Brand gesteckt
519·Ravenne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Ravenna war damals die Hauptstadt des ostgotischen Königreichs von Theoderich, einem arianischen Fürsten, der eine überwiegend katholische Bevölkerung regierte und den Juden den Schutz des römischen Rechts gewährte.
Die Synagogen der Stadt wurden von der Menge in Brand gesteckt. Theoderich ordnete an, dass sie auf Kosten der Einwohner wiederaufgebaut werden sollten, und dass diejenigen, die nicht die Mittel hatten, beizutragen, öffentlich ausgepeitscht werden sollten — eine Entscheidung, die der genau entgegengesetzt war, die Ambrosius ein Jahrhundert zuvor Theodosius in der Sache Callinicum abgerungen hatte.
Die Episode gilt seither als Musterbeispiel einer Macht, die den Buchstaben des Gesetzes gegen die religiöse Erregung ihrer eigenen Hauptstadt durchsetzt. Sie verhinderte weder die späteren Brandstiftungen noch die Verschärfung des Status der Juden nach der byzantinischen Reconquista.
- Zeitraum :
- Antike
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Italie
*Anonyme de Valois* ; Cassiodore, *Variae*.