13.–14. Jahrhundert
Massaker im jüdischen Viertel durch fremde Kreuzfahrer, die bei Las Navas de Tolosa kämpften; kastilische Ritter setzen ihm ein Ende
1212·Tolède
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Des aus Frankreich und von jenseits der Pyrenäen stammende Kontingente hatten sich dem Heer angeschlossen, das die christlichen Könige gegen die Almohaden aufstellten. Beim Durchzug durch Tolède stürmten sie das jüdische Viertel, das sie für ein ebenso rechtmäßiges Ziel hielten wie den Feind, gegen den sie zogen.
Die kastilischen Ritter griffen bewaffnet ein, um sie daran zu hindern; die Chroniken, darunter jene des Erzbischofs Rodrigue Jiménez de Rada, der an dem Feldzug teilnahm, berichten darüber ohne jede Zweideutigkeit. Die Fremden verließen das Heer kurz darauf, noch vor der Schlacht von Las Navas de Tolosa.
Der Vorfall offenbart den Unterschied zwischen zwei Vorstellungen vom Krieg gegen den Islam: Für die Iberer gehörten die Juden zum Königreich und dienten in seiner Verwaltung; für die Kreuzfahrer aus dem Norden begann der Feind im eigenen Haus.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Espagne
Rodrigue Jiménez de Rada, *De rebus Hispaniae* ; *Chronique latine des rois de Castille*.