Frühmittelalter und Kreuzzüge
Ermordung des Wesirs Joseph ibn Nagrela, Massaker an der Gemeinde
1066·Grenade
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Joseph ibn Naghrela hatte die Nachfolge seines Vaters Samuel als Wesir des ziridischen Königs Bādīs angetreten. Seine Gunst beim Herrscher, sein Lebensstil und die Stellung der Seinen in der Verwaltung nährten seit Jahren eine Feindschaft, die der Dichter Abū Isḥāq aus Elvira in Versen ausdrückte und offen zu seiner Beseitigung aufrief.
Des versuchten Verrats an Grenade zugunsten des Herrschers von Almería angeklagt, wurde er hingerichtet und sein Leichnam öffentlich ausgestellt; die Menge zog daraufhin in das jüdische Viertel, das geplündert und niedergebrannt wurde. Die Gemeinde, die wohlhabendste der Halbinsel nach der von Córdoba, hörte in dieser Form auf zu existieren; die Überlebenden flohen nach Lucena und Toledo.
Das Ereignis ist lange als Prüfstein in der Debatte über die andalusische „convivencia" herangezogen worden: Es zeigt zugleich, dass ein Jude ein muslimisches Königreich leiten konnte, und was es kostete, wenn die Gunst des Fürsten sich entzog.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Espagne
Abraham ibn Daud, *Sefer ha-Qabbalah* ; poème d'Abū Isḥāq d'Elvire ; Ibn al-Khaṭīb, *al-Iḥāṭa*.