Antike
Erzwungene Konversion der Gemeinde (Brief von Severus)
418·Minorque
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Was man über Minorca weiß, beruht auf einem einzigen Dokument: dem Rundschreiben, das Bischof Severus an die Kirchen richtete, um die Ereignisse zu schildern. Es ist eines der ausführlichsten Zeugnisse, die die Spätantike über eine jüdische Provinzgemeinde hinterlassen hat — man sieht darin ihre Honoratioren, ihre städtischen Ämter, ihre Synagoge und ihre Bücher.
Die Ankunft von Reliquien des heiligen Stephanus auf der Insel, gebracht vom Priester Orosius, diente als Ausgangspunkt. Severus organisierte eine öffentliche Disputation in Magona, dem heutigen Mahón, wo die Gemeinde lebte; acht Tage voller Drucks, Prozessionen und Auseinandersetzungen folgten. Die Synagoge wurde in Brand gesetzt, ihre Bücher fortgetragen, und die Gemeinde zur Taufe gezwungen; ihr Anführer Theodorus, der das Amt des defensor civitatis innehatte, konvertierte als Letzter.
- Zeitraum :
- Antike
- Art :
- Zwangsbekehrung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Espagne
Sévère de Minorque, *Lettre sur la conversion des Juifs*.