15.–17. Jahrhundert
Anti-Conversos-Aufruhr des Pero Sarmiento
1449·Tolède
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Eine für Tolède erhobene Steuer zur Kriegsfinanzierung, die einem Converso anvertraut worden war, brachte die Stadt in Aufruhr. Der Anführer, Pero Sarmiento, ließ die Häuser der *conversos* plündern und erließ dann einen Akt von weitreichenderer Bedeutung als der bloße Aufruhr: die *Sentencia-Estatuto*, die alle Personen jüdischer Abstammung, ob konvertiert oder nicht, von öffentlichen Ämtern ausschloss.
Dies ist das erste Statut der „Blutreinheit". Es verlagert die Frage vom Bereich des Glaubens in den der Geburt: Ein Getaufter kann ein untadeliger Christ sein und bleibt dennoch wegen seiner Vorfahren verdächtig. Papst Nikolaus V. verurteilte es, der König verwarf es zunächst — doch dann übernahmen es die Kathedralen, die Ordensgemeinschaften, die Kollegs und die Stadtverwaltungen eine nach der anderen.
Diese Statuten blieben in Spanien bis ins 19. Jahrhundert in Kraft. Ohne sie sind weder die Inquisition in ihrer konzipierten Form noch die Vertreibung zu verstehen.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Espagne
*Sentencia-Estatuto* de Tolède ; bulle de Nicolas V ; chroniques castillanes.