1900–1939
Pogrom des Scheunenviertel
5-6 nov. 1923·Berlin
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
das Viertel der Juden Osteuropas wird während der Inflationskrise zwei Tage lang geplündert
Am 5. und 6. November 1923, auf dem Höhepunkt der Hyperinflation, wurde das Scheunenviertel in Berlin, das Viertel der aus Osteuropa stammenden Juden, zwei Tage lang geplündert. Die Läden wurden ausgeraubt, Wohnungen aufgebrochen, auf der Straße erkennbare Passanten misshandelt; die Polizei sah lange zu, bevor sie eingriff.
Der Aufruhr richtete sich gegen die Ärmsten und zuletzt Angekommenen, die als Nutznießer des monetären Ruins bezeichnet wurden, obwohl sie dessen erste Opfer waren. Er ereignete sich wenige Tage vor dem Putschversuch in München, in einer Republik, die die Krise ohne Autorität gelassen hatte, und er kündigt die Rolle an, die die Straße in der kommenden Verfolgung spielen sollte.
- Zeitraum :
- 1900–1939
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Rapports de la préfecture de police de Berlin ; presse berlinoise et récits de la communauté du Scheunenviertel.