15.–17. Jahrhundert
Ausweisung der Juden aus dem Herzogtum Bayern, verhängt von Albert V
1551·Bavière
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Herzog Albert V. ordnet die Vertreibung der Juden aus dem gesamten Herzogtum Bayern. Die Maßnahme setzt eine Politik der Ausgrenzung fort, die im vorherigen Jahrhundert von den Städten des südlichen Reiches eingeleitet worden war und bereits Regensburg, Nürnberg und Augsburg entvölkert hatte.
Aus den Städten vertrieben, zogen sich die Familien in die Dörfer und ländlichen Herrschaften zurück, wo kleine Fürsten und Reichsritter ihnen gegen Abgaben ein Aufenthaltsrecht gewährten. Dort, in einem bäuerlichen Bayern, entstand das ländliche Judentum Frankens und Schwabens mit seinen Dorfsynagogen und regionalen Friedhöfen, das bis ins zwanzigste Jahrhundert Bestand haben sollte.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
*Germania Judaica*, volume III ; Stefan Rohrbacher, *Judenleben auf dem Land* ; Salo Baron, *A Social and Religious History of the Jews*.