15.–17. Jahrhundert
Vertreibung der Juden aus Erfurt
1458·Erfurt
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
die Gemeinde wird aufgelöst und die Synagoge einer anderen Nutzung zugeführt
Erfurt beherbergte vor der Pest eine der großen Gemeinden Thüringens, deren Synagoge — die älteste erhaltene Mitteleuropas — und ein in einem Keller entdeckter Schatz noch heute Zeugnis ablegen. Nach dem Massaker wieder aufgebaut, wurde sie durch Beschluss des Rates aufgelöst, der es ablehnte, den Familien den gewährten Schutz zu erneuern.
Das Synagogengebäude wurde als Lager und später als Tanzsaal genutzt, was es vor der Zerstörung bewahrte; es wurde erst am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts anerkannt und steht heute auf der Welterbeliste. Der Schatz, der bei früheren Ausschreitungen versteckt worden war, war von seinen Eigentümern nie wieder abgeholt worden.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
*Germania Judaica*, volume III ; Maria Stürzebecher, *Der Schatzfund aus der Michaelisstraße in Erfurt*.