13.–14. Jahrhundert
Aufruhr, Synagoge in Brand gesteckt
1221·Erfurt
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Der Aufbruch eines Kreuzzugs ins Heilige Land war in Erfurt von einem Aufruhr gegen die Gemeinschaft begleitet. Die Häuser wurden angegriffen und die Synagoge in Brand gesteckt.
Die hebräischen Berichte überliefern, dass Mitglieder der Gemeinschaft im Brand umkamen und andere sich das Leben nahmen, um der Taufe zu entgehen — das Verhalten, das die rheinischen Chroniken seit dem ersten Kreuzzug *qiddoush ha-Shem* nennen. Die Überlebenden siedelten sich vor Ort neu an: die wieder aufgebaute Synagoge von Erfurt ist heute das älteste erhaltene Synagogengebäude Europas, und der beim folgenden Pogrom vergrabene Schatz wurde dort im 20. Jahrhundert wiederentdeckt.
Erfurt erscheint seither in den Märtyrerlisten der deutschen *Memorbücher*, die während des Gottesdienstes verlesen werden.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
*Memorbuch* de Nuremberg ; annales d'Erfurt.