Frühmittelalter und Kreuzzüge
Von Kreuzfahrern getötete Juden
1179·Boppard
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Leiche einer Frau wurde im Rhein in Höhe von Boppard gefunden. Das Gerücht beschuldigte die Juden der Stadt, die von Männern auf dem Weg ins Heilige Land getötet wurden.
Die hebräischen Chroniken berichten, dass die Leichen in den Fluss geworfen wurden und dass die Gemeinde von Koblenz später die Erlaubnis erhielt, sie zu bergen und ihnen ein Begräbnis zu geben — eine Geste, die in diesen Berichten ebenso viel gilt wie der Mord selbst. Kaiser Friedrich Barbarossa verlangte von der Stadt Wiedergutmachung, wie er es bei anderen Gelegenheiten tat: Die Juden unterstanden der kaiserlichen Kammer, und sie zu töten war ein Angriff auf den Fiskus ebenso wie auf die Personen.
Dieser Schutz war so viel wert wie die Anwesenheit des Kaisers, und Boppard steht seither auf den Listen der Märtyrer, die in den rheinischen Synagogen verlesen werden.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Éphraïm de Bonn, *Sefer Zekhirah* ; *Memorbuch* de Nuremberg.