Frühmittelalter und Kreuzzüge
Die Juden, die im Palast des Erzbischofs Egilbert Zuflucht suchten
1ᵉʳ juin 1096·Trèves
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Selbstmorde, Ertrinkungen in der Mosel, erzwungene Taufen der Überlebenden
In Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, flüchteten die Juden zu Erzbischof Egilbert. Dieser, gedrängt von der Menge und von seinen eigenen Geistlichen, drängte sie am Ende selbst, die Taufe anzunehmen, um ihr Leben zu retten.
Die hebräischen Chroniken berichten von den Tagen dieser inneren Belagerung: Frauen warfen sich mit dem, was sie trugen, in die Mosel, andere töteten sich in den Sälen des Palastes, und jene, die nachgaben, wurden in die Kirche geführt. Die Überlieferung nennt eine Frau, Minna, die bei Christen versteckt war und der man Leben und Ehren versprach, wenn sie einwilligte: Sie verweigerte es.
Ein Teil der Konvertiten kehrte im folgenden Jahr unter kaiserlicher Erlaubnis zum Judentum zurück. Die Gemeinde von Trier bestand fort, und ihr mittelalterlicher Friedhof hat Grabsteine aus dem folgenden Jahrhundert hinterlassen.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Zwangsbekehrung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Chroniques hébraïques de la Première croisade ; Gesta Treverorum.