Anschläge (seit 1970)
Überfall auf die Synagoge zu Jom Kippur (der Angreifer tötet zwei Passanten)
9 oct. 2019·Halle
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Synagoge von Halle, in Sachsen-Anhalt, ist ein kleiner Betsaal, der im ehemaligen Trauerhaus des jüdischen Friedhofs eingerichtet wurde. Am 9. Oktober 2019, dem Tag von Yom Kippur, waren dort etwa fünfzig Gläubige versammelt, als ein Mann versuchte, die Holztür mit selbst hergestellten Waffen und Sprengstoffvorrichtungen aufzubrechen. Die Tür hielt stand. Da er nicht einzudringen vermochte, erschoss der Angreifer eine Passantin auf der Straße und danach einen Kunden eines benachbarten türkischen Imbisses, bevor er festgenommen wurde. Er hatte seine Tat live im Internet übertragen und einen Text veröffentlicht, der die Shoah leugnete. Der Prozess, der in Magdeburg stattfand, endete mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haft. Deutschland finanzierte daraufhin den physischen Schutz der Synagogen im Land, von denen viele bis dahin über keinerlei Schutzmaßnahmen verfügten.
- Zeitraum :
- Anschläge (seit 1970)
- Art :
- Anschlag
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Ronen Steinke, *Terror gegen Juden* ; Deborah Lipstadt, *Antisemitism: Here and Now* ; Bundesamt für Verfassungsschutz, *Verfassungsschutzbericht*.