Anschläge (seit 1970)
Bombenanschlag auf S-Bahn-Station gegen eine Gruppe jüdischer Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion, die einen Sprachkurs verließen
27 juill. 2000·Düsseldorf
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Eine Gruppe jüdischer Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion besuchte in Düsseldorf einen Deutschkurs. Beim Verlassen des Gebäudes benutzten sie die Treppe einer Stadtbahnstation, auf der ein selbst gebauter Sprengsatz deponiert worden war.
Die Explosion verletzt zehn Personen, darunter mehrere schwer; eine schwangere Frau verliert das Kind, das sie erwartet. Die Opfer waren genau jene Menschen, die Deutschland aufgenommen hatte, um seine jüdischen Gemeinden wiederaufzubauen, die ein halbes Jahrhundert zuvor dezimiert worden waren.
Die Ermittlungen treten fast zwanzig Jahre lang auf der Stelle, obwohl von Anfang an eine rechtsextreme Spur identifiziert worden war. Der Prozess gegen den einzigen Verdächtigen endet mit einem Freispruch mangels Beweisen, was diese Affäre zu einem der meistdiskutierten Justizversagen des Landes macht.
- Zeitraum :
- Anschläge (seit 1970)
- Art :
- Anschlag
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Encyclopaedia Judaica ; chroniques de presse contemporaines.