Die Shoah (1939–1945)
Aktion Wagner-Bürckel
22-23 oct. 1940·Bade, Palatinat et Sarre
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Juden aus drei Regionen des Reiches werden in zwei Tagen razziiert und ins Lager Gurs im Südwesten Frankreichs deportiert; viele werden dort sterben oder nach Auschwitz gehen.
Am 22. und 23. Oktober 1940 werden die Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland binnen zwei Tagen auf Anordnung der Gauleiter Wagner und Bürckel verhaftet, ohne dass Berlin dies beschlossen hatte. Sie haben eine Stunde Zeit, sich vorzubereiten, können nur mitnehmen, was sie tragen können, und werden in Züge verladen, die die Demarkationslinie überqueren und sie — zur Bestürzung der französischen Behörden — im Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen absetzen.
Viele sind betagt. Der Winter in den Holzbaracken, der Schlamm und die Dysenterie töten noch im Lager selbst; die Überlebenden werden 1942 nach Drancy verlegt und dann nach Auschwitz deportiert. Die Operation ist die erste Deportation deutscher Juden aus dem Reich und die einzige, bei der das Reich seine eigenen Staatsangehörigen loswurde, indem es sie zu einem Nachbarn abschob.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Archives du camp de Gurs ; documents des Gauleitungen de Bade et du Palatinat.