19. Jahrhundert
Verfolgung nach dem Kongress von Wien wiederhergestellt
1815-1816·Francfort
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Stadt hebt die 1811 erworbenen Bürgerrechte auf, stellt die Ehequote wieder her und ordnet die Zuweisung zur Judengasse an
In Frankfurt waren die bürgerlichen Rechte nicht gewährt worden – sie waren ERKAUFT worden. Die Gemeinde hatte der Stadt unter der napoleonischen Verwaltung eine beträchtliche Summe für die Gleichstellung ihrer Mitglieder gezahlt. Nach dem Wiener Kongress annullierte der Senat der freien Stadt das Geschäft und stellte die alte Ordnung wieder her – Heiratskontingent, Zuweisung zur Judengasse, Berufsverbote – ohne das Geld zurückzugeben. Der Rechtsstreit zog sich jahrelang vor dem deutschen Bundestag hin, doch die Stadtbevölkerung war schneller: In Frankfurt fanden die Hep-Hep-Unruhen einige Sommer später einen ihrer gewalttätigsten Schauplätze. Der Fall schrieb Rechtsgeschichte in Deutschland: Er zeigte, dass ein erkauftes Recht kein anerkanntes Recht war.
- Zeitraum :
- 19. Jahrhundert
- Art :
- Verfolgung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Heinrich Graetz, *Histoire des Juifs* ; Stefan Rohrbacher, *Gewalt im Biedermeier* ; *Encyclopaedia Judaica*, article « Frankfort on the Main ».