18. Jahrhundert
Unruhen « Viva Maria » in der Toskana
1799·Florence, Livourne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Ghettos geplündert beim Durchzug der Aufständischen und österreichischen Truppen
Die Bewegung „Viva Maria", die in der Toskana beim Abzug der französischen Truppen entstanden und von den arretinischen Aufständischen sowie von den österreichischen Kolonnen getragen worden war, wandte sich gegen die Juden, die als Mitschuldige der Besatzer galten, welche sie emanzipiert hatten. In Florenz wurde das Ghetto gestürmt und geplündert; in Livorno, wo die Juden seit zwei Jahrhunderten ohne Ghetto unter dem Regime der Livorninen gelebt hatten, wurde das jüdische Viertel angegriffen und die Läden verwüstet. Die Stadtbehörden und in Livorno die Garnison stellten schließlich die Ordnung wieder her. Der Schaden war im Wesentlichen materieller Natur, doch die Episode markierte das Ende der Illusion, dass die mit den Armeen gekommene Emanzipation deren Abzug überleben würde.
- Zeitraum :
- 18. Jahrhundert
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Italie
Attilio Milano, *Storia degli ebrei in Italia* ; Francesca Trivellato, *The Familiarity of Strangers* ; *Encyclopaedia Judaica*, articles « Florence » et « Leghorn ».