15.–17. Jahrhundert
Vertreibung aus den Königreichen Sizilien und Sardinien, aragonesische Besitzungen, in Anwendung des Dekretes von Granada
1492-1493·Sicile, Sardaigne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Sizilien und Sardinien waren Besitzungen der aragonesischen Krone: Das Dekret von Granada galt dort von Rechts wegen. Nun beherbergte Sizilien ein altes, zahlreiches und im Handwerk und in der Färberei verwurzeltes Judentum, das auf Dutzende von Städten verteilt war — Palermo, Syrakus, Messina, Trapani — und seit der Antike auf der Insel präsent war.
Die örtlichen Behörden und die Städte protestierten und machten geltend, dass der Weggang der Handwerker die Inselwirtschaft ruinieren würde; sie erwirkten Aufschübe, nicht jedoch den Widerruf. Das sizilianische Judentum, eines der ältesten des westlichen Mittelmeerraums, verschwand so binnen weniger Monate; seine Angehörigen zogen nach Neapel, nach Kalabrien und dann in das Osmanische Reich.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Italie
Shlomo Simonsohn, *The Jews in Sicily* ; Cecil Roth, *The History of the Jews of Italy* ; Luis Suárez Fernández, *Documentos acerca de la expulsión de los judíos*.