15.–17. Jahrhundert
Vertreibung der Juden aus Andalusien auf Befehl der Inquisition, Vorbote des Dekrets von 1492
1483·Andalousie
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Noch bevor das allgemeine Dekret die Juden aus allen Königreichen Spaniens vertreiben wird, erwirkt die Inquisition ihre Ausweisung aus den Bistümern Sevilla, Córdoba und Cádiz. Das Argument ist einfach und wird neun Jahre später auf das gesamte Land ausgeweitet: Die Anwesenheit jüdischer Gemeinden hindere die *conversos* daran, wahre Christen zu werden.
Andalusien ist somit das Laboratorium des Dekrets von Granada. Die vertriebenen Familien ziehen zunächst nach Kastilien und in die Extremadura, wo sie das gemeinsame Schicksal einholen wird. Die Episode zeigt, dass die allgemeine Ausweisung keine improvisierte Entscheidung war, sondern das Ergebnis einer Region für Region erprobten Politik.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Espagne
Henry Charles Lea, *A History of the Inquisition of Spain* ; Luis Suárez Fernández, *Documentos acerca de la expulsión de los judíos* ; Yitzhak Baer, *A History of the Jews in Christian Spain*.