15.–17. Jahrhundert
Erstes Autodafé der Spanischen Inquisition
6 févr. 1481·Séville
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Conversos auf dem Quemadero verbrannt
Die spanische Inquisition, zwei Jahre zuvor auf päpstliche Bulle hin auf Wunsch der Katholischen Könige eingesetzt, hält in Séville ihr erstes Autodafé ab. Sie richtet nicht über Juden — über die sie keinerlei Zuständigkeit besitzt — sondern über *conversos*, Christen jüdischer Abstammung, die im Verdacht stehen, heimlich dem jüdischen Glauben anzuhängen; die Verurteilten werden auf dem Quemadero außerhalb der Stadtmauern verbrannt.
Das in Séville eingeführte Verfahren — Denunziation, längere Haft, Einziehung des Vermögens, erpresstes Geständnis — wird drei Jahrhunderte lang in der gesamten Monarchie und ihren Besitzungen angewandt. Es zielte auf die Zugehörigkeit durch Blut ebenso wie auf den Glauben und machte die „Reinheit des Blutes" zu einem Kriterium des spanischen gesellschaftlichen Lebens.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Prozesse und Hinrichtungen
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Espagne
Henry Charles Lea, *A History of the Inquisition of Spain* ; Andrés Bernáldez, *Memorias del reinado de los Reyes Católicos* ; Yitzhak Baer, *A History of the Jews in Christian Spain*.