15.–17. Jahrhundert
Ausweisung der Juden aus Bern, ausgesprochen durch den Stadtrat
1427·Berne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Etwas mehr als ein Jahrhundert nach der Affäre um das Kind Rudolf spricht der Rat von Bern die Ausweisung der Juden aus der Stadt und ihrem Gebiet aus. Die Maßnahme beendet eine wechselhafte Präsenz, die aus befristeten Aufnahmen gegen Zahlung und Ausweisungen bestand und damals das Schicksal der Gemeinden in den Städten der Eidgenossenschaft kennzeichnete.
Wie anderswo im Reichsgebiet diente das Aufenthaltsverbot fortan als gewöhnliche Regel: Juden durften das Territorium nur gegen Entrichtung eines Leibzolls durchqueren. Es sollte der Verträge des neunzehnten Jahrhunderts und des Drucks ausländischer Mächte bedürfen, bis ihnen die Niederlassungsfreiheit in der Schweiz zuerkannt wurde.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Suisse
*Die Rechtsquellen des Kantons Bern* ; Augusta Weldler-Steinberg, *Geschichte der Juden in der Schweiz* ; *Germania Judaica*, volume III.