13.–14. Jahrhundert
Anklage der Brunnenvergiftung
1348·Berne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Juden verbrannt, Überlebende vertrieben
In Bern wurden Juden verbrannt, nachdem die in Chillon erpressten Geständnisse eingetroffen waren, und die Überlebenden wurden aus der Stadt vertrieben. Der Berner Rat ließ die Schriftstücke selbst unter den Reichsstädten umlaufen.
Bern spielte damit eine aktive Rolle bei der Verbreitung der Anschuldigung: Es handelt sich nicht um eine Stadt, die ein Gerücht empfängt, sondern um eine Stadt, die es weitersendet. Sie untersagte Juden danach die Niederlassung in der Stadt, und das Verbot blieb jahrhundertelang in Kraft. Der sogenannte Kindlifresserbrunnen, der auf einem Platz der Stadt errichtet wurde, bewahrt die umstrittene Erinnerung daran.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Suisse
Actes du conseil de Berne ; Delumeau, La Peur en Occident.