13.–14. Jahrhundert
Massenverhaftung in den Städten des Reiches
1385·Nuremberg
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Schulden annulliert, Vermögen beschlagnahmt, fiskalische Verfolgung der Gemeinden
Die freien Reichsstädte, bei jüdischen Geldgebern verschuldet und von ihren Patrizierklassen unter Druck gesetzt, erwirken von Wenzel von Luxemburg die Erlaubnis, die Juden ihrer Stadtmauern an einem einzigen Tag festzunehmen. In Nürnberg wie in etwa dreißig verbündeten Städten werden die Gemeinden inhaftiert, ihre Forderungen annulliert und ein Teil ihres Vermögens zugunsten der Stadtund Königskassen eingezogen.
Die Aktion ist rein finanzieller Natur: keine religiöse Anklage begleitet sie, und die Überlebenden werden freigelassen, sobald die Abgabe entrichtet ist. Sie wird einige Jahre später wiederholt, und diese wiederholten Schläge vollenden den Ruin eines rheinischen und fränkischen Judentums, das sich von den Massakern des vorherigen Jahrhunderts nie erholt hatte.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Verfolgung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
*Deutsche Reichstagsakten* ; Markus Wenninger, *Man bedarf keiner Juden mehr* ; Salo Baron, *A Social and Religious History of the Jews*.