13.–14. Jahrhundert
Aufruhr der Maillotins
1ᵉʳ mars 1382·Paris
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Judenviertel geplündert, Juden getötet, Kinder zwangsgetauft und christlichen Familien anvertraut
Der Aufstand der Maillotins — benannt nach den bleiernen Hämmern, die aus dem Arsenal entnommen wurden — brach in Paris gegen die Wiedereinführung der Abgaben aus. Wie schon 1380 wandte sich die Menge gegen die Steuereintreiber und dann gegen das jüdische Viertel.
Die Plünderung verlief dort methodisch: Den Schuldnern wurden ihre Pfänder zurückgegeben, die Schuldscheine verbrannt, die Häuser geleert. Bewohner wurden getötet, Kinder zwangsgetauft und in christlichen Familien untergebracht. Die Chroniken gehen in der Einschätzung des Ausmaßes der Morde auseinander; eine hält es für begrenzt, eine andere für beträchtlich.
Karl VI., der mit Macht in seine Hauptstadt zurückgekehrt war, bestrafte die Maillotins hart und ordnete Restitution an; er ließ nach den Kindern suchen. Was von der Pariser Gemeinde übrig blieb, überlebte die Verordnung von 1394 nicht.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- France
*Chronique du Religieux de Saint-Denis* ; *Chronographia regum Francorum* ; ordonnances royales.