Frühmittelalter und Kreuzzüge
Die synagogen der königlichen domäne werden nach der vertreibung in kirchen umgewandelt; die der stadt wird zur kirche der magdalena
1183·Paris
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Vertreibung aus dem königlichen Domänengebiet ließ Kultstätten und Gemeindeeigentum leer stehen. In Paris wurde die große Synagoge auf der Île de la Cité der Kirche übergeben und unter dem Patrozinium der Madeleine geweiht; andere Synagogen des Domänengebiets folgten demselben Schicksal.
Die Umwandlung einer Synagoge in eine Kirche war nicht nur eine Aneignung: Sie war ein Zeichen, das gesehen werden sollte. Sie wiederholte sich bei jeder mittelalterlichen Vertreibung, von England bis Spanien, und oft lässt sich die Existenz einer verschwundenen Gemeinde heute gerade durch die Erwähnung einer solchen Weihe belegen.
Die Juden kehrten einige Jahre später gegen Zahlung nach Paris zurück; die Straße, die im Mittelalter ihren Namen trug, existiert noch, und die Ausgrabungen im Viertel haben hebräische Grabsteine zutage gefördert, die in den Mauern der Stadt wiederverwendet worden waren.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- France
Rigord, Gesta Philippi Augusti ; cartulaires parisiens.