13.–14. Jahrhundert
Fall «Werner von Oberwesel»
1287-1288·Oberwesel, Bacharach
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Der Leichnam eines jungen Mannes namens Werner wurde bei Bacharach am Rheinufer gefunden. Man behauptete, er sei von den Juden aus Oberwesel aus Blutgier gemartert worden, und die Gewalt breitete sich den Fluss und die Mosel entlang aus, von Boppard bis Koblenz und bis ins Trierer Land.
Rudolph von Habsburg ordnete an, dass man aufhöre, ließ die überlebenden Gemeinden schützen und belegte die Städte mit Geldstrafen. Gegen den Kult vermochte er nichts auszurichten: Werner wurde als Heiliger verehrt, ihm wurde in Bacharach eine Kapelle errichtet, sein Name in den Kalender des Bistums Trier aufgenommen, und sein Festtag wurde erst 1963 daraus gestrichen.
Der Mittelrhein erholte sich nicht von diesem Jahrzehnt: Nach 1283 und 1287 zogen viele ihrer Mitglieder nach Osten, nach Böhmen und Polen, deren Herrscher Schutzbriefe anboten.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Prozesse und Hinrichtungen
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
*Memorbuch* de Nuremberg ; annales de Colmar ; actes de Rodolphe de Habsbourg.