13.–14. Jahrhundert
Erste Anschuldigung der Hostienfrevelung
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
die Gemeinde bei lebendigem Leibe an der seitdem « Judenberg » genannten Stätte verbrannt
In Beelitz, in der Mark Brandenburg, taucht zum ersten Mal der Vorwurf auf, der den des Ritualmords verdoppeln sollte: die Hostienschändung. Man behauptete, die Juden hätten eine geweihte Hostie gekauft, um sie zu durchstechen, und sie habe geblutet.
Die Gemeinde wurde auf einer nahe gelegenen Anhöhe verbrannt, die im örtlichen Sprachgebrauch seither *Judenberg* heißt. Keine Untersuchung folgte.
Der Vorwurf hatte den Vorzug, weder eine Leiche noch einen Vermissten zu erfordern: eine fehlende Hostie und ein Gerücht genügten. Er verbreitete sich im gesamten Reich und bis nach Polen und diente als Grundlage für Wallfahrtsorte, die mitunter bis ins 20. Jahrhundert fortbestanden.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Prozesse und Hinrichtungen
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne
Chroniques brandebourgeoises ; *Memorbuch* de Nuremberg.