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Zakhor
SchnittstelleLieuAntiquité–XXe s.

Sanaa

צנעא

Region: Diaspora orientale & extrême-orientale

Register Schnittstelle · Verwahrer, nicht Eigentümer

Veröffentlicht am 19. Juni 2026

Zentrum des jemenitischen Judentums und seiner Manuskripttradition.

Einleitung

Im Herzen des jemenitischen Hochlandes, auf über zweitausendzweihundert Metern Höhe, beherbergte die Stadt Sanaa lange Zeit eine der ältesten, kontinuierlichsten und gelehrtesten jüdischen Gemeinschaften der Welt. Ihr Eintrag lässt sich auf einen Satz verdichten — „Herz des jemenitischen Judentums und seiner Manuskripttradition" — doch hinter dieser Kürze entfaltet sich eine Geschichte von mehr als zwei Jahrtausenden, geprägt von Verwurzelung, religiösem Wissen, Resilienz angesichts von Widrigkeiten und schließlich einem nahezu vollständigen Exodus in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die jüdische Präsenz auf der Arabischen Halbinsel geht weit über den Islam hinaus. Die Juden, die vor der römischen Periode auf der Arabischen Halbinsel lebten, konzentrierten sich hauptsächlich in zwei Regionen — dem Jemen und dem Hedschas (dem heutigen Nordwesten Saudi-Arabiens). Sanaa, die natürliche Hauptstadt des jemenitischen Hochlandes, wurde mit der Zeit zum Gravitationszentrum dieses südlichen Judentums. Als heilige Stadt des zaiditischen Islam und zugleich Heimstätte einer beharrlichen jüdischen Minderheit verkörpert Sanaa die Begegnung — oft fruchtbar, bisweilen gewaltsam — zweier Welten, die jahrhundertelang denselben städtischen Raum teilten.

Das vorliegende Werk zeichnet diese Geschichte anhand eines chronologischen und thematischen Rahmens nach, von den ältesten Spuren einer israelitischen Präsenz in der Region bis zum physischen Verschwinden der Gemeinschaft im Zuge der großen Luftbrücken von 1949–1950. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem, was Sanaa in der jüdischen Vorstellungswelt einzigartig macht: seiner außerordentlichen Manuskripttradition, seinen Kopisten, seinen Masoreten sowie der ununterbrochenen Überlieferung eines eigenen Ritus und einer eigenen Liturgiesprache.

Versionen (1)
  1. v1 · aktuell · 19. Juni 2026

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Quellen & Ressourcen

  • Yitzhak Baer, Galout. L'imaginaire de l'exil dans le Judaïsme (2000)
  • Simon Doubnov, Diaspora (2004)

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