Frühmittelalter und Kreuzzüge
Dekrete von al-Mutawakkil
850-854·Bagdad, Empire abbasside
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Kennzeichnungspflicht (Ghiyar), Zerstörung neuer Synagogen, Ausschluss von öffentlichen Ämtern
Der Kalif al-Mutawakkil bricht mit der relativen Toleranz seiner Vorgänger. Eine Reihe von Dekreten legt den Schutzbefohlenen, Juden und Christen, ein Erkennungszeichen auf dem Gewand auf — das Ghiyar, ein honigfarbenes Stoffstück — sowie Markierungen an den Haustüren und erkennbare Reittiere. Synagogen und Kirchen, die nach der Eroberung erbaut worden waren, müssen abgerissen werden, und der Zugang zu öffentlichen Ämtern wird versperrt.
Bagdad war damals das Zentrum der jüdischen Welt: Die Akademien von Sura und Poumbedita hatten dort ihren Sitz, und der Exilarch vertrat die Gemeinden gegenüber der Macht. Die Dekrete wurden weder überall noch dauerhaft angewandt, aber sie haben eine Rechtsprechung festgelegt, auf die sich spätere Machthaber beziehen werden.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Verfolgung
- Region :
- Naher und Mittlerer Osten
- Land :
- Irak
al-Tabari, *Ta'rikh al-rusul wa-l-muluk* ; Antoine Fattal, *Le statut légal des non-musulmans en pays d'Islam* ; Norman Stillman, *The Jews of Arab Lands*.