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Zakhor
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Frühmittelalter und Kreuzzüge

Harun ar-Raschid erlegte Juden und Christen unterscheidende Kleidung und einen Gürtel auf, erstes bezeugtes ghiyar

807·Bagdad

Bilanz
Bilanz nicht festgestellt

Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.

Der abbasidische Kalif Haroun al-Rachid erlegte den *dhimmis* von Bagdad ein Gewand und einen Gürtel auf, das sie von den Muslimen unterscheiden sollte. Die Maßnahme trägt im islamischen Recht einen Namen: das *ghiyar*, die „Unterscheidung". Sie verwies auf den dem Kalifen Omar zugeschriebenen Pakt, einen Text späterer Entstehung, der aufzählte, was den Schutzbefohlenen untersagt war — neue Kultstätten zu errichten, zu Pferde zu reiten, Waffen zu tragen, die Kleidung der Gläubigen nachzuahmen.

Was Haroun in Bagdad einführt, ist also keine Erfindung: Es ist die erste belegte Anwendung, in der Hauptstadt des Kalifats, einer bis dahin nur theoretischen Regel. Die Juden und die Christen behielten den Schutz des Herrschers, die Freiheit ihres Kultes und die Eigenständigkeit ihrer Gerichte; sie bezahlten dafür mit einem sichtbaren Status der Unterordnung.

Das *ghiyar* wurde danach aufgegeben, dann je nach Herrschaft wieder eingeführt — ein Zeichen dafür, dass es weniger im Recht gründete als im Willen jedes einzelnen Herrschers, seinen Eifer unter Beweis zu stellen. Das Laterankonzil wird denselben Gedanken vier Jahrhunderte später im Abendland aufgreifen, ohne dass darin eine Übernahme zu sehen wäre: Beide Welten suchten dasselbe — eine Grenze sichtbar zu machen, die das Alltagsleben verwischte.

Zeitraum :
Frühmittelalter und Kreuzzüge
Art :
Massaker
Region :
Naher und Mittlerer Osten
Land :
Irak
Quellen

Chroniques abbassides ; traités de droit islamique sur le statut des protégés.

Am selben Ort9

  1. 850-854Dekrete von al-MutawakkilBilanz nicht festgestellt
  2. 1121Der Kalif al-Mustarshid erneuert die Verbote des ghiyarBilanz nicht festgestellt
  3. 1828Verfolgungen durch Daoud PachaBilanz nicht festgestellt
  4. 1936-1939Verfolgung der Juden des Irakinconnu
  5. 1-2 juin 1941Farhoud179-180 morts (jusqu'à 600 selon certaines estimations)
  6. 1950-1951Anschläge auf jüdische Orte (Synagoge Masouda Shemtov, Jan. 1951)4
  7. Avril 1950 – janv. 1951Serie von Anschlägen auf von Juden besuchte Orte, vom Café Dar al-Bayda zur Synagoge Masouda Shemtovquelques morts, des dizaines de blessés
  8. 1967Verhaftungen, Kündigungen und Verkaufsverbot nach dem Sechstagekrieg; Vorspiel zu den Hinrichtungen von 1969Bilanz nicht festgestellt
  9. 27 janv. 1969Öffentliche Hinrichtung von 9 Juden (insgesamt 14 hingerichtet)9

Im selben Land3

  1. ~41Massaker an Juden durch die griechische und syrische Bevölkerung~50 000 selon Flavius Josèphe
  2. 23 sept. 1948Hinrichtung von Shafiq Ades1
  3. Mars 1950 – mars 1951Gesetz zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft und dann Vermögenssperre~120 000 départs

Ereignis 91 von 2483, in zeitlicher Reihenfolge · Frühmittelalter und Kreuzzüge: 89 Ereignisse im Verzeichnis