Anschläge (seit 1970)
Entführung und Mord an Ilan Halimi
Janv.-févr. 2006·Bagneux
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Ilan Halimi, ein dreiundzwanzigjähriger Handyverkäufer, wird im Januar 2006 in Paris durch eine junge Frau, die als Lockvogel dient, in einen Hinterhalt gelockt und anschließend in Bagneux, im Département Hauts-de-Seine, von einer Bande entführt, die sich „gang des barbares" nannte. Seine Entführer foltern ihn drei Wochen lang und fordern von seiner Familie ein Lösegeld, das sie für beträchtlich hielten, weil er Jude war. Mitte Februar in der Nähe eines Gleises in Sainte-Geneviève-des-Bois ausgesetzt, stirbt er während seines Transports. Die Ermittlungen stellen fest, dass das antisemitische Motiv nicht beiläufig, sondern vorrangig war; der Prozess wird diesen erschwerenden Umstand berücksichtigen. Der Fall hinterlässt bleibende Spuren bei den Juden Frankreichs und nährt die öffentliche Debatte über Antisemitismus in den Vororten.
- Zeitraum :
- Anschläge (seit 1970)
- Art :
- Anschlag
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- France
Ruth Halimi et Émilie Frèche, *24 jours* ; Marc Knobel, *Haine et violences antisémites* ; Michel Wieviorka, *La tentation antisémite*.