Frühmittelalter und Kreuzzüge
Philippe Auguste lässt die Gemeinde verbrennen
1192·Bray-sur-Seine
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Ein Christ hatte einen Juden aus Bray-sur-Seine getötet. Die Gemeinde erwirkte bei der Herrin des Ortes — der Gräfin von Champagne, den Berichten zufolge — dass er ihr ausgeliefert werde, und ließ ihn öffentlich hinrichten, am Tag von Pourim, nach Art eines Verurteilten.
Philippe Auguste sah darin eine Justiz, die ohne ihn und über einen Christen vollzogen worden war. Er zog gegen die Stadt, ließ die Gemeinde zusammentreiben und übergab sie dem Scheiterhaufen; nur die Jüngsten wurden verschont. Bray-sur-Seine gehörte nicht zur königlichen Domäne: Der König überschritt seine Rechte, und keine Autorität machte ihm daraus einen Vorwurf.
Die Episode wird von beiden Seiten überliefert — vom Chronisten des Königs, der sie billigt, und von den hebräischen Sammelwerken, die die Gemeinde in ihre Märtyrerlisten aufnehmen.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- France
Rigord, *Gesta Philippi Augusti* ; Éphraïm de Bonn, *Sefer Zekhirah* ; *Memorbuch* de Nuremberg.