Frühmittelalter und Kreuzzüge
Eroberung der Stadt durch die Kreuzfahrer; Juden in der Synagoge verbrannt
1099·Jérusalem
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Kreuzfahrer nahmen Jerusalem nach einer fünfwöchigen Belagerung ein. Das folgende Massaker unterschied weder zwischen Muslimen noch Juden, die gemeinsam mit der fatimidischen Garnison an der Verteidigung der Stadtmauern teilgenommen hatten.
Die Berichte stimmen in einem Punkt überein: Die Gemeinschaft hatte sich in ihrer Synagoge versammelt, die die Angreifer in Brand setzten. Die in der Genizah von Kairo aufgefundenen Briefe zeigen, was folgte — die verkauften Gefangenen, die einzeln freigekauften Torarollen, die Spendenaufrufe, die die Gemeinschaft von Ascalon bis nach Ägypten richtete, um die Gefangenen und die Bücher loszukaufen.
Das lateinische Königreich verbot den Juden anschließend die Niederlassung in Jerusalem; erst unter Saladin kehrten sie zurück. Der Reisende Benjamin de Tudèle fand dort siebzig Jahre später nur eine Handvoll Familien vor, Färber am Fuß des Davidsturms.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Eretz Israel
- Land :
- Terre d'Israël
Ibn al-Qalānisī, *Histoire de Damas* ; lettres de la Genizah du Caire ; Guillaume de Tyr, *Chronique*.