Cylindres-sceaux de la période d'Uruk — Premières narrations gravées
גלילי חותם של אורוק
Verfasser: Glyptiques sumériens anonymes
Datum: c. 3500–3400 av. J.-C.
Aufbewahrung: Vorderasiatisches Museum (Berlin), British Museum (Londres), Musée du Louvre (Paris), Iraq Museum (Bagdad)
hinterlegt am 1. Mai 2026 · Register Geschichte · Verwahrer, nicht Eigentümer
❧ Beschreibung
Die Erfindung des **Rollsiegels** ist eine der bedeutendsten Innovationen der Uruk-Periode. Ein kleiner Steinkegel (1 bis 4 cm hoch), in den Motive vertieft eingeritzt sind, wird über feuchten Ton gerollt, um kontinuierlich einen **narrativen Fries** abzudrucken. Während flache Siegel ein einzelnes Bild erzeugen, entfaltet der Zylinder eine Erzählung: Heldenkampf, rituelles Bankett, Tierprocession, thronende Gottheit. Es ist gewissermaßen der erste Comic der Menschheit.
Um 3500 v. Chr. in Uruk und seinen Kolonien entstanden (Habuba Kabira, Jebel Aruda in Syrien), zeichnen sich die Rollsiegel aus Uruk durch die Feinheit ihrer Gravur und den Reichtum ihrer Ikonographie aus. Die wiederkehrenden Motive — der „**nackte Held**", der zwei einander gegenüberstehende Tiere bändigt, der „**Priester-König**" mit Lanze oder Schleuder, das **Tempelprocession-Vieh** — begründen ein Repertoire, das vier Jahrtausende des Alten Vorderen Orients durchziehen wird.
Im biblischen Gedächtnis haben diese Bilder tiefe Spuren hinterlassen. Das Motiv des „Helden zwischen zwei Löwen" findet sich zweitausend Jahre später in der mesopotamischen Bildplastik von **Gilgamesh** wieder; nochmals tausend Jahre später in der achämenidischen Ikonographie von Persepolis. Der **biblische Daniel**, der „den Löwen den Rachen schließt" (Daniel 6), erbt durch vielfache Vermittlung dieses sumerische Bild des gerechten Herrn der Tiere. Ebenso kündigt die Geste des Königs, der die Tiere „befriedet", die Ikonographie des **Guten Hirten** in den spätantiken jüdischen und frühchristlichen Mosaikdarstellungen an.
Einige bemerkenswerte Archivstücke werden in Berlin (Vorderasiatisches Museum), in Paris (Louvre), in London (British Museum) und in Bagdad (Iraq Museum) aufbewahrt — sofern sie nicht in den Plünderungen von 2003 verschwunden sind. Die **Vase von Uruk** selbst, zeitgleich mit diesen Rollsiegeln und im Viertel des Eanna gefunden, entfaltet einen vergleichbaren Fries: Ernte, Prozession, Tempelopfer für Inanna. Es ist dieselbe visuelle Grammatik, die Israel später durch das Bilderverbot bestreiten wird, ohne je aufzuhören, in seinen eigenen Erzählungen von ihr zu zehren.
In der Geschichte
Kritische Forschung
Datierung
English
The cylinder seal — a small carved stone (1–4 cm) rolled on damp clay to print a continuous narrative frieze — was invented in the Uruk period (c. 3500–3400 BCE). Unlike flat seals producing a single image, the cylinder unfolds a story: heroic combat, ritual banquet, processions of animals, enthroned deities. The iconographic vocabulary established here — the "nude hero" mastering two beasts, the "priest-king" with spear, the temple procession — will resonate across four millennia of Near Eastern art and even into biblical imagery (Daniel and the lions).