Antike
Zerstörung des jüdischen Tempels durch die Priester von Khnoum, Gewalt
410 av. J.-C.·Éléphantine (Égypte)
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
An der südlichsten Spitze Ägyptens, gegenüber von Assouan, beherbergte die Insel Elephantine unter persischer Herrschaft eine Garnison judäischer Soldaten, die dort seit mindestens dem 6. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung ansässig waren. Diese Gemeinschaft besaß einen eigenen Tempel, geweiht an YHW, in dem man Weihrauch opferte und Schlachtopfer darbrachte — eine Institution, die andernorts nur in Jerusalem ihresgleichen hatte.
Das Heiligtum wurde von den Priestern des widderköpfigen Gottes Khnoum zerstört, dessen Tempel dem ihren benachbart war, mit Billigung des persischen Befehlshabers Vidranga. Die in aramäischer Sprache auf Papyrus verfassten Archive der Kolonie, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurden, bewahren den Brief, mit dem der Gemeindevorsteher Yedaniah drei Jahre später um die Genehmigung ersucht, den Tempel wieder aufzubauen: Er ist an Bagohi, den Gouverneur von Juda, sowie an die Söhne von Sanballat, dem Gouverneur von Samaria, gerichtet — ein Zeichen dafür, dass die Gemeinschaft sich beiden zugehörig wusste.
Diese Papyri bilden das älteste Archivdossier einer jüdischen Gemeinschaft außerhalb des Landes Israel: Eheverträge, Darlehen, Kaufurkunden, offizielle Korrespondenz. Sie erzählen vom alltäglichen Leben einer Garnison ebenso wie von der Zerstörung ihres Heiligtums, von dem nicht bekannt ist, ob es jemals wieder aufgebaut wurde.
- Zeitraum :
- Antike
- Art :
- Massaker
- Region :
- Ägypten und Maghreb
- Land :
- Égypte
Archives araméennes d'Éléphantine (lettres de Yedaniah, dites papyrus de Bagohi) ; corpus des documents araméens d'Égypte.