18. Jahrhundert
Anwendung des Ukases von Katharina I.
1727·Ukraine
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Gemeinden aus der Kleinrussland vertrieben, Waren und Barmittel beim Grenzübertritt beschlagnahmt
Der Ukas Katharinas I. ordnet die Ausweisung der Juden aus Kleinrussland an, also aus der Ukraine, die das Imperium soeben eingegliedert hat. Die Gemeinden werden vertrieben; an der Grenze werden ihnen Waren und Bargeld abgenommen, so dass die Ausweisung zugleich einer Konfiszierung gleichkommt.
Die Maßnahme gehört zu einer Reihe: Die russischen Herrscher des Jahrhunderts werden den Befehl wiederholen, ohne ihn wirksam durchsetzen zu können, da die Wirtschaft der westlichen Provinzen zum Teil auf diesen Gemeinden beruht. Dieser Widerspruch zwischen dem Willen, sie auszuschließen, und dem Bedarf an ihren Diensten wird gegen Ende des Jahrhunderts zur Erfindung der Ansiedlungszone führen — nicht als Milderung, sondern als territoriale Einschließung.
- Zeitraum :
- 18. Jahrhundert
- Art :
- Massaker
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Ukraine
Recueil des oukases impériaux russes ; études sur la politique juive de l'Empire au XVIIIᵉ siècle.