Frühmittelalter und Kreuzzüge
Die Juden flüchteten sich in den Clifford-Turm
16-17 mars 1190·York
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Kollektiver Selbstmord unter Leitung von Yom Tov von Joigny, Überlebende beim Ausgang massakriert; Schuldregister in der Kathedrale verbrannt
Die Juden von York, in der Stadt angegriffen, flohen in den hölzernen Turm der königlichen Burg — jenen, den man heute den Clifford's Tower nennt. Der Kastellan ließ sie eintreten, doch als er sich entfernte, konnte oder wollte er selbst nicht mehr für ihre Rückkehr sorgen: Die Besatzung wechselte auf die Seite der Belagerer.
Die Belagerung dauerte mehrere Tage. Yom Tov de Joigny, ein aus Frankreich gekommener Gelehrter, beschloss mit den Männern der Gemeinde, dass sie lieber durch eigene Hand sterben würden, als sich zu ergeben. Die Väter töteten ihre Familie, der Turm wurde in Brand gesetzt. Jene, die am folgenden Tag heraustraten und die Taufe forderten, wurden an Ort und Stelle getötet.
Die Anführer begaben sich unverzüglich zur Kathedrale, wo die Schuldregister der Gemeinde verwahrt wurden, und verbrannten sie. Dies ist das einzige der englischen Massaker, dessen finanzielles Motiv so eindeutig belegt ist. Der Ort trägt heute eine Gedenktafel, und die Gemeinde konnte sich lange Zeit nicht wieder zusammenfinden.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Royaume-Uni
Guillaume de Newburgh, Historia rerum Anglicarum ; Roger de Hoveden ; Ephraïm de Bonn.