Frühmittelalter und Kreuzzüge
Massaker des Dritten Kreuzzugs in England
1190·Lynn, Norwich, Stamford, Bury St Edmunds, Lincoln, York
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Lynn, Norwich, Stamford, Bury St Edmunds, Lincoln; in York Massensuizid und Massaker am Clifford Tower (16.–17. März).
Die Unruhen, die von der Krönung Richard Löwenherz ausgegangen waren, verbreiteten sich im darauffolgenden Winter und Frühjahr in den Städten Ostenglands: Lynn, Norwich, Stamford, Bury St Edmunds, Lincoln. In Lincoln fand die Gemeinde Zuflucht in der Burg; anderswo wurden die Häuser aufgebrochen.
York war das Ende. Die Gemeinde hatte in dem hölzernen Turm der königlichen Burg Zuflucht gesucht, den die Belagerer mehrere Tage lang umzingelten. Als deutlich wurde, dass es keine akzeptable Kapitulation geben würde, folgten die Belagerten dem Rat von Yom Tov de Joigny, einem aus Frankreich gekommenen Rabbiner: Die Männer legten den Turm in Brand, nachdem sie ihre Angehörigen getötet hatten. Jene, die am Morgen herauskamen und die Taufe erbaten, wurden erschlagen. Die Anführer begaben sich sogleich in die Kathedrale und verbrannten dort die in der Sakristei hinterlegten Schuldscheine — was deutlich genug zeigt, was sie gesucht hatten.
Der Kanzler des Königreichs ließ eine Untersuchung durchführen, enthob den Sheriff seines Amtes und belegte die Stadt mit einer Geldstrafe; kein Mörder wurde gehängt. Die Krone schuf kurz darauf die *archae*, Truhen, in denen Schulden gegenüber Juden fortan in zweifacher Ausfertigung aufbewahrt werden sollten, vor einem Brand sicher.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Royaume-Uni
Guillaume de Newburgh, *Historia rerum Anglicarum* ; Roger de Hoveden ; Éphraïm de Bonn, *Sefer Zekhirah*.