Frühmittelalter und Kreuzzüge
Verfolgungen unter Robert dem Frommen; Vertreibung aus Mainz (1012); Gewalt in Limoges, Rouen
1007-1012·France, Rhénanie
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Regierungszeit Robert des Frommen fällt, sowohl in Frankreich als auch in Rheinland, mit der ersten Welle umfangreicher Gewalt gegen die jüdischen Gemeinden des Abendlandes zusammen — ein halbes Jahrhundert vor dem Kreuzzug.
Ein hebräischer Bericht, bekannt unter dem Namen *Dekret von 1007*, schildert die Verhaftung von Notabeln, das Angebot zwischen Taufe oder Tod sowie die Gesandtschaft eines gewissen Jacob bar Yequtiel zum Papst, um die Verfolgungen zu beenden. In Limoges forderte der Bischof die Gemeinde auf, zwischen Bekehrung und Abzug zu wählen; in Rouen ging die Gewalt von Banden aus. In Mainz vertrieb Kaiser Heinrich II. die Gemeinde; der Sohn von Rabbenou Gershom, „das Licht des Exils", gehörte zu denen, die die Taufe empfingen, und sein Vater betrauerte ihn wie einen Toten.
Die christlichen Chronisten knüpfen diese Verfolgungen an ein Gerücht aus dem Orient: die Zerstörung des Heiligen Grabes durch den Kalifen al-Ḥākim, deren Urheber man den Juden anzulasten suchte. Die Vertriebenen kehrten nach einigen Jahren zurück, und Gershom sprach das Verbot aus, jemandem, der zurückkehrte, seine Taufe vorzuwerfen.
- Zeitraum :
- Frühmittelalter und Kreuzzüge
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- France et Allemagne
*Sefer Gezerat 1007* ; Adémar de Chabannes, *Chronique* ; Raoul Glaber, *Histoires*.