Antike
Befehl zur erzwungenen Taufe durch Heraklius; nachgeahmt von Dagobert in Gallien (633)
632·Empire byzantin
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Gegen Ende seiner Herrschaft ordnete Heraklius die Zwangstaufe der Juden im Reich an. Die Maßnahme, die erste dieser Tragweite, die ein christlicher Kaiser ergriff, fand im Westen Nachahmung: Dagobert erlegte sie im folgenden Jahr dem fränkischen Reich auf, und das westgotische Spanien verfolgte bereits dieselbe Politik.
Ihre Wirkung ist durch einen singulären Text bekannt, die *Doctrina Jacobi nuper baptizati*, ein kurz darauf in Carthage verfasster Dialog, der zwangsgetaufte Juden zeigt, die untereinander ihre Lage erörtern. Der Text gehört auch zu den allerersten, der das Auftreten eines Propheten bei den Arabern erwähnt.
Die Taufen zeitigten keine dauerhaften Wirkungen: Die arabische Eroberung entzog kurz darauf jene Provinzen der byzantinischen Herrschaft, in denen der Großteil der jüdischen Bevölkerung des Reiches lebte.
- Zeitraum :
- Antike
- Art :
- Zwangsbekehrung
- Region :
- Naher und Mittlerer Osten
- Land :
- Empire byzantin
*Doctrina Jacobi nuper baptizati* ; Théophane le Confesseur ; Frédégaire.