Nachkriegszeit und arabische Welt (1945–1970)
Unruhen und Übergriffe der Tacuara-Gruppe
Juin 1962·Buenos Aires
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Entführung und Brandmarkung der Studentin Graciela Sirota als Vergeltung für den Eichmann-Prozess
Die nationalistische Gruppe Tacuara verübt in Buenos Aires, ausgehend vom Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem, zunehmend Übergriffe gegen argentinische Juden: angegriffene Synagogen, Flugblätter, Überfälle auf Studenten. Im Juni 1962 wird die Studentin Graciela Sirota an einer Bushaltestelle entführt, gefoltert und mit einem Hakenkreuz auf der Brust gebrandmarkt, wobei ihre Entführer die Tat als Vergeltungsmaßnahme darstellten.
Der Fall erschüttert das Land: Der Gewerkschaftsdachverband ruft zum Arbeitsniedergang auf, die Universitäten mobilisieren sich, und das Parlament debattiert über Antisemitismus. Argentinien beherbergte die größte jüdische Gemeinschaft Lateinamerikas und zugleich untergetauchte Nazis; die Gewalt von Tacuara kündigt jene der Diktaturjahre an, in denen jüdische Verschwundene proportional überrepräsentiert sein werden.
- Zeitraum :
- Nachkriegszeit und arabische Welt (1945–1970)
- Art :
- Pogrom
- Region :
- Amerika
- Land :
- Argentine
Presse argentine contemporaine ; archives de la DAIA et travaux sur l'antisémitisme en Argentine.