Die Shoah (1939–1945)
Liquidation des Ghettos von Łódź
Août 1944·Łódź
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Das letzte große Ghetto.
Das Ghetto von Łódź – Litzmannstadt unter der Besatzung – war das erste große geschlossene Ghetto und das letzte, das Bestand hatte. Seine Langlebigkeit verdankte es einer Wette: Sein Vorsitzender, Chaim Rumkowski, hatte das Viertel zu einer riesigen Manufaktur gemacht, die für die deutsche Armee arbeitete, überzeugt davon, dass wirtschaftlicher Nutzen die Bewohner schützen würde. Die Kinder und die Alten waren bereits nach Chełmno deportiert worden.
Als im Sommer die Front näher rückte, traf der Liquidationsbefehl ein. Die letzten Bewohner, erschöpft von Jahren des Hungers und der Arbeit, werden viertelweise zusammengerufen und nach Auschwitz gebracht; Rumkowski fährt mit einem der letzten Transporte. Eine Handvoll Männer wird zurückgelassen, um zu sortieren, was übrig bleibt. Das Ghetto hatte seine Register, seine Statistiken und seine Chronik Tag für Tag geführt: Diese Archive, versteckt und dann wiedergefunden, stellen die vollständigste interne Dokumentation dar, die man von einem Ghetto besitzt.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Pologne
Lucjan Dobroszycki (dir.), *The Chronicle of the Łódź Ghetto* ; Isaiah Trunk, *Łódź Ghetto: A History* ; Andrea Löw, *Juden im Getto Litzmannstadt*.